Paula,

8 Jahre alt, aus Casa Peter

Sie ist das jüngere Kind einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern. Drei Monate nachdem ihr Vater an Krebs gestorben war, kam sie auf die Welt.

Paula geht in die zweite Klasse und kommt gemeinsam mit ihrem Bruder Alex jeden Tag nach der Schule ins Programm von Casa Peter. Als sie vor zwei Jahren das erste Mal Casa Peter besuchte, hatte sie noch grosse Probleme damit, sich in der Schule zurechtzufinden. Sie konnte sich kaum konzentrieren und tat sich schwierig damit, sich in die Klasse einzufügen. Von ihren Klassenkameraden wurde sie ausgeschlossen, weil ihre Kleider immer sehr stark nach Rauch rochen. Ihre Lehrer dachten, dass sie eine Lernschwäche hätte.

 
Mittlerweile hat Paula sehr grosse Fortschritte in der Schule gemacht – zur Zeit ist sie eine der Besten in der Klasse. Vor einiger Zeit hat sie ihre Lehrer und Mitschüler damit geschockt, dass sie die Bestnote in einem Mathematik-Test geholt hat, der im ganzen Land durchgeführt wird.

Paula und ihr Bruder riechen immer noch nach Rauch, auch wenn der Winter schon lange vorbei ist. Ihre Mutter, die ihre Kindheit in einem staatlichen Waisenhaus verbracht hat, arbeitet als Putzfrau in einem Supermarkt.

Mit der täglichen Hilfe und der konsequenten Arbeit in Casa Peter, mit dem Einsatz und der Entschlossenheit ihrer Mutter, kann das Leben von Paula. und ihrem Bruder immer besser werden – und sie können auf eine bessere Zukunft hoffen.

 

 

 

Therapieraum in Casa Yana

 

Im März 2015 wurde der Therapieraum für Kinder in Casa Yana eröffnet. Dazu wurde ein Anbau an das beereits bestehende Zentrum konstruiert. Es werden Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie angeboten, unter anderem auch für Kinder mit körperlicher und geistiger Behinderung. Zuvor war eine Therapie für viele Kinder nicht möglich, weil die Fahrt in die Stadt für die Eltern  zu kostspielig ist und dort nicht genügend öffentliche Dienste zugänglich sind. Durch die neue Möglichkeit können auch Kinder aus den anliegenden Dörfern therapiert werden.

 

 

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Mit der Eröffnung der Kindertageszentren, wollte Yana zunächst in klaren Situationen eingreifen, bei denen es sich um die Entfremdung der Kinder in der eigenen Familie handelte. Weitere Gefahrkategorien für Kinder wurden dann hinzugefügt.
Alles begann mit der Frage eines verwitweten Mannes mit vier Kindern:  „Was kann ich tun? Ich arbeite den ganzen Tag. Nach der Arbeit muss ich manchmal nochmals arbeiten, um genug Geld zu verdienen. Mein Herzschlag setzt aus, wenn ich daran denke, dass meine Kinder alleine zuhause sind. Haben sie etwas gegessen? Haben sie ihre Hausaufgaben erledigt? Ist ihnen etwas passiert?”

 

 

Wir bekamen ähnliche Signale von alleinerziehenden Eltern. Auf diese Art sind wir auf viele Situationen gestossen, in denen es Familien oder speziell alleinerziehende Eltern nicht möglich war, ihren Kindern einen Ort zu bieten, an dem sie nach der Schule betreut werden und sie in Ruhe ihre Hausaufgaben erledigen können, oder ihnen eine ausreichende Mahlzeit zur Verfügung zu stellen.

 


YANA antwortete auf diese Bedürfnisse mit der Eröffnung der Kindertageszentren: Das Haus YANA im Dorf Nicolae Balcescu, das Haus Heidi in Valea Seaca und das Haus Peter in Galbeni.
In diesen Zentren begleiten wir jeden Tag 80 Kinder in ihrem Training und ihrer Entwicklung durch folgende soziale Dienste : Bildung, Mahlzeiten, soziale Beziehungen und Integration in Gemeinschaften, soziale und psychologische Beratung, und Notfall Unterstützung in Krisensituationen. Mit unserer Arbeit zielen wir auf die Entwicklung verschiedener Fähigkeiten und Unabhängigkeit ab.

Um die soziale Eingliederung von benachteiligten Kindern zu verbessern,  arbeiten wir nicht nur mit Spezialisten sondern auch mit Freiwilligen zusammen. Diese kommen regelmässig aus den Gemeinden, aber auch von ausserhalb.
Um die drei Kindertageszentren zu erhalten, ist die Zusammenarbeit und Partnerschaft mit den lokalen Behörden und Schulen sehr wichtig, dazu gehört auch die Unterstützung der lokalen Gemeinden.