Arbeit, Spiritualität und Kultur – Camp Larguta

 

 


Zum fünften Mal haben wir das internationale Camp in Larguta gemeinsam mit dem jesuitischen Orden in Rumänien und dem Liechtensteinischen Gymnasium in Vaduz organisiert. Es findet jedes Jahr in der letzten Septemberwoche statt.
Die Teilnehmer des Camps haben für die bedürftige Familien, Betagte und Kinder gearbeitet, gewaltfreie Kommunikation näher kennengelernt sowie Klöster und andere typische Seiten der rumänischen Kultur besichtigt.
Wir wollen ihnen und unseren Partnern, den Jesuiten, dem Liechtensteinischen Gymnasium Vaduz, den jungen Freiwilligen, den Sponsoren und jedem Unterstützer unseres Projekts herzlich danken!

 

 

Das spirituelle und kulturelle Arbeitscamp LARGUTA

Der Text wurde von Iulian Budău, einem Jesuiten, geschrieben

 

Ich habe bei der rumänisch-liechtensteinischen Crew mitgeholfen, die das diesjährige Camp vorbereitet hat und somit eine bereits vierjährige Tradition weitergeführt. 16 junge Menschen aus Liechtenstein, begleitet von zwei Lehrern und einer Freiwilligen trafen auf 10 weitere Jugendliche von unserer Seite und zusätzlich ein Team von freiwillgen Sozialarbeitern und Jesuiten. Gemeinsam haben sie Wunder bewirkt!


Die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung YANA, den Jesuiten und einer Schule in Vaduz gewinnt an Alter, Weisheit und Teamgeist. 78 von Herz und Verstand darauf koordinierte Hände, anderen zu helfen, haben es möglich gemacht, dass in nur drei Tagen das Fundament eines Haus begonnen wurde und man sich bis zu einer Höhe von 1.70 m vorarbeiten konnte. Zusätzlich wurde ein neues Tageszentrum für bedürftige Kinder dekoriert, ein Zaun und eine Veranda haben die Jugendlichen unter grossen Schwierigkeiten gebaut. Nicht zu vergessen sind auch die Installationen von Öfen und das Hacken von Feuerholz  für ein psychisch angeschlagenes Paar.
Die Formel dafür, welche in den letzten Jahren ausgetestet wurde, ist fast magisch. Geschlafen wird in Zelten in der Nähe von Larguta. Am Morgen, nach einem kurzen Frühstück, durchqueren wir den Wald für eine halbe Stunde, verbringen  weitere dreissig Minuten auf Pferdekärren (ein ökologischer Transport, der vor allem für die Schüler des Gymnasiums einen gewissen Charme hat) und arbeiten bis 16.00 Uhr. Nicht zu viele Pausen, ohne Singsang und vor allem ohne zu jammern... Heitere, offene Herzen und angespannte Muskeln.


Nach der Rückkehr von den Arbeitsstätten mit den selben Transportmitteln folgen zwei Stunden mit spirituellem Programm: intensiv, aktiv, mit Spielen und gezielten Reflektionen ohne grosse Geschichten, Zeit für persönliches Nachdenken und besinnliche Meditationen. Nach dem Abendessen dann der Gottesdienst: ein guter Moment, um in der Zelt-Kapelle dafür zu danken, was man den Tag über erhalten hat. Dann folgt die Nachtwache: in Paaren bewachen die Jugendlichen die  einfachen Lebensmittel vor den Tieren und verlieren so immer mehr die Angst vor der Dunkelheit und dem Fremden, den man nicht kennt und nun zu mögen beginnt. Kleine Sympathien, dem Alter entsprechend, und viele Tränen beim Abschied. Man redet oft über den „Geist von Larguta“, eine Haltung, die in unserer Welt häufig gebraucht wird. Eine Haltung, bei der die körperlichen Möglichkeiten für den Dienst für Arme benutzt wird und Spiritualität nicht das Hochgefühl von Religiösität bedeutet, sondern die Besinnlichkeit der Aktivität. 

 

 

 

 

 

 

Larguta – Was ist das?

Larguta ist ein kleines Dorf in Rumänien. Für einige liechtensteinische Jugendliche ist Larguta aber mittlerweile mehr als nur ein kleines zuvor unbekanntes Dorf. 
Larguta ist zu einem Synonym für Hilfe und Dienst am Nächsten geworden.
Larguta steht für einfaches Leben ohne jeglichen Komfort, für Bescheidenheit, Zufriedenheit und Solidarität in der Gemeinschaft.
Larguta steht auch  für Entbehrungen und Überfluss.
Larguta bietet Gastfreundschaft und baut Vorurteile ab. 
Larguta ist zum Synonym für Freundschaft geworden.
Larguta steht für Spiritualität.

 (Andreas Aczel, LG Vaduz)